Es kommt der Moment, wo du als Life Coach eine Gruppe online leiten möchtest. Und dann begibst du dich auf die Suche nach einer Idee. Dieser Blogartikel wird dir einen entscheidenden Hinweis geben, was eine Gruppe online braucht, damit sie reizvoll und transformativ für die Menschen ist, die du leitest. Entscheidend ist: Weniger ist mehr. Dein Gruppenprogramm muss nicht die großen überwältigenden Fragen klären, sondern die Alltäglichen. Ein gutes Programm liefert eine praktische Lösung, für die deine Kundin im Alltag eine direkte Entsprechung erlebt.
Sonst passiert es so, an einem Workshop am Dienstagabend: Zwölf Frauen schreiben mit, nicken, haben Aha-Momente. Am Mittwochmorgen steht eine von ihnen an der Supermarktkasse, sieben Leute vor ihr, und obwohl sie bei dir gelernt hat, wie sie in unangenehmen Situationen durchatmen kann, wendet sie deine Technik nicht an und fühlt sich in der Schlange miserabel. Der Workshop war gut. Er hatte nur nichts mit dieser Situation zu tun. Wenn du aber ein Programm hast mit dem Ziel, genau diese Situation zu verbessern, verbesserst du das Leben eines Menschen konkret. Und sie wird es merken.
Warum deine Teilnehmerinnen nach dem Workshop wieder bei null anfangen
Nach jedem Call gehen die Menschen zurück in ihren Alltag. Du hast das Gefühl, du fängst mit ihnen wieder von vorne an. Das liegt daran, dass sie das, was du ihnen gezeigt hast, aufgeschrieben haben und interessant fanden. Aber sie sind nicht in Aktion gekommen deswegen.
Es liegt daran, dass der Gruppencall isoliert von ihrem Leben ist. Es entsteht weniger Resonanz als wenn du vor Ort mit Menschen arbeitest. Vor Ort würden Menschen Beziehungen untereinander eingehen. Im Online-Bereich braucht es hier andere Impulse. Und ein mehr innovatives Konzept, in dem du sie im Alltag begleitest. Es ist sogar eine Chance, gerade deswegen gemeinsam zu wachsen. Deine Teilnehmerinnen fangen nur dann immer wieder bei null an, wenn deine Calls theoretisch bleiben.
Was eine gute Gruppenprogramm-Idee ausmacht
Ein Gruppenprogramm ist dafür da, dass etwas Echtes entsteht. Etwas, das jenseits von Coaching Relevanz hat, aber dadurch, dass eine Coach dabei ist, Bedeutung bekommt und Wachstum möglich macht.
Wenn es darum geht, eine Idee für ein Gruppenprogramm zu begommen, fragen die meisten Mentor*innen im Online-Business erstmal nach deiner Nische und deiner Zielgruppe. Das ist nicht falsch. Aber die Frage, die eine Idee wirklich trägt, lautet: Wo im Alltag deiner Kundin findet dein Programm statt?
Ein gutes Programm ist dasjenige, das eine praktische Lösung liefert und für das man im Alltag eine direkte Entsprechung erfahren kann. Deine Kundin merkt dann nicht erst im nächsten Call, dass sich etwas verändert. Sie merkt es morgen früh.
Lass uns drei Beispiele ansehen.
Die Frau, die in der Bahn immer einen Sitzplatz bekommt
Ich bekomme in der Bahn immer einen Sitzplatz. Immer. Wer das kann, könnte ein Programm geben, wie man die wird, die immer den Sitzplatz bekommt.

Und dann wird es ein witziger Aspekt. Aus purer Neugier entscheiden Menschen in dein Programm zu kommen. Ihre Neugier ist geweckt und sie werden ihren Erfolg unmittelbar sehen können. Wenn sie in deinem 4 Wochen Gruppenprogramm sind, werden sie feststellen, dass viel mehr dahinter steckt, einen Sitzplatz zu bekommen oder nicht, sich darüber aufzuregen oder aktiv etwas zu unternehmen. Sie könnte entscheiden, einen Sitzplatz im ICE zu buchen. Die Sitzplatz-Kosten hat sie immer vermeiden wollen, weil sie Sparen möchte und plötzlich merkt sie, dass es ihr aber wert ist, 5,50 € dafür zu investieren. Und dann merkt sie, dass sie aber Angst hat, den Menschen, der unter Umständen auf ihrem Platz sitzt darüber in Kenntnis zu setzen, dass er auf ihrem Platz sitzt. Und schon geht das Feld auf, für viel mehr Themen.
Hinter dem Sitzplatz steckt mehr: wie viel Platz nimmt deine Teilnehmerin in ihrem Leben ein und erlaubt sie sich Raum zu bekommen, wenn andere stehen müssen? Wo steht sie eigentlich in ihrem Leben? Wie viel ist sie für sich und wie viele für andere da?
Viele Life Coaches wollen am liebsten Programme für mehr Leichtigkeit geben und übersehen, dass Programme, die direkt ein Alltagsproblem ansprechen genau das ermöglichen.
Genau so funktionieren Programme, die im Gedächtnis bleiben. Sie fangen bei einer Situation an, die jede kennt, und führen zu einer Veränderung, die sich niemand vorher zugetraut hätte.
Der Aufzug-Kurs: Warum die Sprache deiner Kundin entscheidet
Stell dir einen Kurs vor: „Ich will mich im Aufzug wohler fühlen.“ Darin lernt deine Kundin, wie man zu der wird, die sich im Aufzug wohlfühlt. Und welche Begegnungen möglich werden, wenn sie die Menschen dort vielleicht sogar freundlich grüßt.
Für dich als Life Coach ist „Ich fühle mich im Aufzug wohl“ ein erster Schritt, um diejenige zu werden, die sich im Aufzug wohl fühlt. Also möchtest du am liebsten direkt deinen Kurs “Ich fühle mich im Aufzug wohl” nennen. Deine Kundin denkt sich dann aber: “Das tue ich ja nicht.” Kennt sie Manifestation, weiß sie, dass sie es bei dir lernen wird. Kennt sie es nicht, wird sie weniger leicht von deinem Kurs angesprochen. Wenn du ein Gruppenprogramm online gibst und Menschen ansprechen willst, die dich noch nicht kennen und die täglich viele Angebote online erhalten, erhöhst du die Chance, dass sie sich bei dir einschreibst, wenn du ihre Perspektive einnimmst: „Ich will mich im Aufzug wohler fühlen.“

Natürlich sprichst du mit diesem Kurs nur Menschen an, die täglich Aufzug fahren und da geht bei Online-Anbieterinnen das “Ich will mich nicht einschränken” Licht an. So vielleicht auch bei dir. Doch lass dich nicht in die Irre führen: Wenn du eine handfeste reale Situation zum Anlass eines 4 Wochen Gruppenprogramms nimmst, wirst du es nicht nur leichter haben, dieses Programm online bekannt zu machen, sondern auch im Programm selber, kraftvollere Gruppendynamiken etablieren können.
Und es ist auch immer folgendermaßen: Es geht irgendwann nicht mehr nur um den Aufzug. Sondern um jede vergleichbare Situation in Bus, Bahn, Arbeitsplatz und mit Menschen überhaupt. Der Aufzug-Kurs ist ein Startpunkt, in dem du spüren wirst, was du als nächstes entwickeln wirst.
Warum „Kündige deinen Job“ kein gutes erstes Programm ist
Es gibt Programme, die du gibst, wenn du am Markt schon etabliert bist. Menschen haben bei dir z.B. einen “Ich will mich im Aufzug wohler fühlen” Kurs absolviert, aus reiner Neugierde und wollen dann aus derselben Neugierde lernen, wie sie sich in Supermarkt-Schlangen glückliche Gefühle erschaffen. Etwas, für das sie andere verrückt erklärt hätten, machen sie plötzlich mit dir. Und dann sind sie Menschen, die bei jedem Transformations-Angebot von dir dabei sein wollen und dafür auch in die intensiveren, längeren Programme reingehen werden.

Stelle dir das vor: Ein Programm, wie man seinen Job kündigt. Um in ein solches Programm zu kommen, muss sich jemand wohl damit fühlen, sich und anderen das einzugestehen. Der Schuh drückt bei diesem Thema sehr, aber die Angst auch, was danach kommt. Und sie weiß instinktiv, dass die Lösung ihres Problems nicht allein dadurch geklärt ist, zu kündigen. Wenn sie in dieses Programm kommt und dann kündigt, braucht sie längere Begleitung.
Den Job endlich kündigen ist ein messbares Ziel. Diejenigen, die es brauchen, könnten darin ihren Weg finden. Aber ob sie sich trauen, in ein solches Programm zu kommen?
Außerdem ist das ein Programm für Fortgeschrittene, keine erste Annäherung. Dein erstes Gruppenprogramm darf eine Tür sein, durch die man leicht hindurchgeht. Die großen Schritte kommen danach.
Das Spektrum ist groß. Alles, wo es darum geht, sich etwas zu trauen, gehört dazu: jemandem endlich die Meinung sagen, oder das berüchtigte Nein, ohne schlechtes Gewissen.
Was ein Wohnzimmer in Queens mit deinem Programm zu tun hat
1961 lud Jean Nidetch, eine Hausfrau aus New York, ein paar Freundinnen zu sich nach Hause ein. Einmal pro Woche wollten sie gemeinsam über das Abnehmen reden. Aus diesen Treffen entstand 1963 Weight Watchers, ein Gruppenformat, das bis heute in wiederkehrenden Durchläufen stattfindet.
Nidetch hat kein großes Wissen verkauft. Sie hat ein Problem aufgegriffen, das ihre Gäste jeden Tag am Esstisch hatten, und einen Ort geschaffen, an den man jede Woche zurückkommt. Ein Alltagsthema, eine Gruppe, ein Rhythmus.
Du merkst an diesem Beispiel: Du beginnst mit einem Programm, das ein konkretes Problem löst und hörst dabei gut zu, was deine Teilnehmerinnen beschäftigt. Daraus entwickeln sich weitere Transformationspfade und ehe du dich versiehst hast du endlich das Jahresprogramm, das du immer geben wolltest, statt von Programm zu Programm zu denken. Und damit bist du schlauer als viele Online-Unternehmerinnen, die alles auf einmal wollen.
Ein Gruppenprogramm erstellen, das du immer wieder gibst
Aus irgendeinem Grund erlauben sich viele Life Coaches nicht, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Sie stehen immer wieder vor derselben kurzfristigen Frage: Was biete ich als Nächstes an? Was probiere ich als Nächstes aus?
Am Anfang sind Workshops das, was ausgetestet wird. Das ist ja auch schnell umsetzbar. Aber was kommt danach?
Wenn deine Gruppenprogramm-Idee im Alltag deiner Kundin steckt, kannst du jederzeit einen weiteren Durchlauf starten. Die vielen Fragezeichen lösen sich in Luft auf. Richtig erfüllend wird dein Online-Business, je tiefer du gehst und je beständiger du dabei bist.
Deine Idee finden wir gemeinsam
Ich bekomme in der Bahn immer noch jedes Mal einen Sitzplatz. Und jedes Mal denke ich: Irgendwo sitzt gerade eine Life Coach, deren Programm genau in so einem Moment beginnen könnte.
Vom 17. bis 19. November 2026 zeige ich dir live in „Kreiere dein Gruppenprogramm“, wie du deine eigene Gruppenprogramm-Idee findest, die wirklich in den Alltag deiner Kundinnen passt. Drei Tage, je eine Stunde, jeweils um 11 Uhr, für 0 €.


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